Tonspur Version eins

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Fühlt sich an, wie ein monumentaler Moment. Größer kann ich’s derzeit nicht ausdrücken. Der gestrige Abend hat nach einem „Okay, let’s go for another step“ eine richtiggehende Sogwirkung erzeugt. Ein Schieben und Suchen, Kürzen und Interpretieren. Immer auf der Suche nach Struktur und Verbindungen. Nach möglichen Aussagen und einer Linie. Viele Stunden später bekommt man das Gefühl, dass aus dem riesigen Salat digitaler Schnippel ein mehr oder weniger kohärenter Fluß entstanden ist. Mit derzeit noch gestohlener Musik, aber Gespräche mit fähigen Musikerinnen stehen schon auf der Todo-Liste. Hier das ehrliche Resultat, ein „Draft One“. Denn Computersprache ist und bleibt die englische:

Und es ist ein erhebendes Gefühl endlich mal mit „Etwas“ dazustehen, von dem man sich schon lange sicher war, dass es sich finden lassen wird. Jetzt geht es erst richtig los. Ab jetzt dürfen Szenen erarbeitet, visuelle Konzepte erstellt und die Dramaturgie geschliffen werden. Um am Ende naturgemäß die Darlings zu killen. Auch stehen noch Interviews aus, die in den nächsten Tagen und Wochen passieren werden, einige hängen noch in der Freigabeschleife. Derzeit umfasst das Archiv gute achtzehn Stunden Gesprächsmaterial, das sich in der vorliegenden Version auf achtundzwanzig Minuten destillieren ließ.

Es ist eine Mischung aus einer allgemeinen Vogelperspektive mit dem richtigen Maß an individuellen Details. Ein Geschmack des „Nicht-Alleine-Seins“ soll das Gemüt auf die Spitze eines Berges stellen. Mit bombastischem Sonnenaufgang und dem Gefühl nie erahnter neuer Superkräfte. Mir stellen sich Fragen nach der Verdaulichkeit, der Balance zwischen emotionalen und informativen Passagen. Denn mir laufen immer noch die Tränen runter. Anscheinend hört das nie auf, egal wie oft man manche Stimmen hört. Und dabei geht es nicht darum, per se auf die Drüse zu drücken. Es bleibt aber kaum aus, denn der intime Raum des Filmes soll ja auch reinigen dürfen. Und ausnahmsweise sind die Emotionen nicht gespielt oder konstruiert. Ich denke, gerade deswegen gehören sie vermittelt und kommuniziert. Die Daseinsberechtigung herausfordernder Momente an der Schwelle des Lebens. Immer mit dem Credo Mut und Ohr zu schenken.


18 Stunden Gesprächsmaterial in der Gesamtübersicht.
Die erste Version mit 28 Minuten.
By remo

Remo RAUSCHER *84

Persönlich habe ich die Erfahrung eines Sternenkindes nicht erleben müssen, war aber bei Freunden hautnah dabei und durfte erfahren, dass es eine große Bereicherung für den Verarbeitungsprozess sein kann, wenn man als Paar nicht alleine damit ist. Daraus resultierte die Idee für das Projekt LINA, um neue Zugänge in Form von Interviews und einem gezeichneten Film zu erarbeiten.

Filmemacher aus Linz an der blauen Donau. Freude an der Paarung experimenteller Ansätze mit gesellschaftlicher Anwendung. Tätig in den Bereichen Bühne, Animationsfilm und kollaborativem Filmemachen für Jugend und etwas älter.
www.remorauscher.at