{"id":552,"date":"2023-11-16T15:14:47","date_gmt":"2023-11-16T15:14:47","guid":{"rendered":"https:\/\/remorauscher.at\/projekt-lina\/?p=552"},"modified":"2025-03-28T07:44:37","modified_gmt":"2025-03-28T07:44:37","slug":"wer-ist-denn-jetzt-eigentlich-diese-lina","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/remorauscher.at\/projekt-lina\/2023\/11\/16\/wer-ist-denn-jetzt-eigentlich-diese-lina\/","title":{"rendered":"Wer ist denn jetzt eigentlich diese Lina?"},"content":{"rendered":"\n<p>Lina ist die Sternentochter von sehr guten Freunden. 2016 hatte ich nach einer langen S\u00fcdamerikareise eine &#8216;heimatlose&#8217; Phase und war deswegen sehr lange ein anscheinend angenehmer Gast auf deren Sofa. Genau in dieser Zeit war die zweite Schwangerschaft der Beziehung im relativen Mittelpunkt und nat\u00fcrlich war die Nachricht, dass Lina es nicht geschafft hatte, ein heftiges Erdbeben f\u00fcr alle Anwesenden: F\u00fcr das Paar, den zweij\u00e4hrigen Sohn und auch mich: am Beckenrand. <br><br>Unverhofft und dankbar f\u00fcr das Vertrauen wurde die gute Freundschaft pl\u00f6tzlich noch viel intimer. Die vielen Gespr\u00e4che, die daraufhin passierten, imponierten und inspirierten zutiefst. Ob der Offenheit im Umgang mit einem derartigen Verlust oder vielmehr wegen der Kraft, die man daraus sch\u00f6pft, um die notwendigen Schritte zu tun. Vor allem die f\u00fcr mich ungew\u00f6hnliche Bereitschaft das Gespr\u00e4ch immer wieder zu suchen und auch im Au\u00dfen offen damit umzugehen. All das h\u00e4tte es in meiner eigenen Familie nie gegeben, das Schweigen war antrainierte Methode. Begraben ein Akt der Selbstverst\u00e4ndlichkeit, nicht und niemals das Gespr\u00e4ch dar\u00fcber.<\/p>\n\n\n\n<p>Als Erkenntnis der damaligen Zeit durfte ich die Beobachtung machen, dass nebst anf\u00e4nglicher Trauerphase und dem zaghaften heilen der Wunde, eine offene Behandlung einen therapeutischen Effekt erzielen kann \u2013&nbsp;ja die Kruste im Mittelpunkt als Medium zur Verarbeitung besprochen werden darf. Nat\u00fcrlich immer in Anbetracht der seelischen Kapazit\u00e4ten der Beteiligten. Nicht jede:r ist per se so extrovertiert veranlagt, wie meine Freunde. <\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">So kam die idee<\/h2>\n\n\n\n<p>Und daraus resultiert die Projektidee. Intimer geht&#8217;s wohl kaum. Und wie nimmt man Betroffene an der Hand, Schritte zu tun oder Beispiele zu liefern, ohne dabei zu Nahe zu treten? Vor allem mit dem Werkzeug des Animationsfilms, schien mir das Kino als geeigneter Raum zur Behandlung emotionaler Zust\u00e4nde &#8211; offen und abstrakt, mit gesprochenem Wort als Vordergrund. Vor allem, weil mir pers\u00f6nlich immer wieder bewiesen wurde, dass Film diese Kraft besitzt, ohne dass ich mich sonst wie zu einem Thema exponieren muss. Ein kollektives Verhandeln fragiler Tabus, ein dortiges Sich-\u00d6ffnen und Passieren-Lassen im Vakuum eines pseudo-\u00f6ffentlichen Raums, im Schutz der Dunkelheit und im gesteckten Rahmen einer vorgegeben Zeitspanne \u2013 wie geschaffen f\u00fcr eine derartige Auseinandersetzung. <\/p>\n\n\n\n<p>Ein jedes Abtauchen in eine Fiktion oder Erz\u00e4hlung ist eine Katharsis f\u00fcr sich &#8211; eine wiederkehrende Reinigung im Zuge der Empathie, die wir mit unseren Held:innen f\u00fchlen oder den Emotion, die sich regen, wenn uns die Leinwand ber\u00fchrt. Egal wie das genau hei\u00dft oder funktioniert. F\u00fcr mich steht fest, dass die Herangehensweise dem Tabuthema eine gesch\u00fctzte B\u00fchne bieten kann. Eine B\u00fchne f\u00fcr den Tanz der vielen verhaltenen und doch gewichtigen Regungen, die uns am Ende immer &#8216;nur&#8217; als Mensch zur\u00fccklassen und somit vereinen. Als Mahnmal dessen, was oft gern unter Tische oder Attit\u00fcden gekehrt wird.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"768\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/remorauscher.at\/projekt-lina\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/IMG_82237D7CCB16-1-768x1024.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-731\" srcset=\"https:\/\/remorauscher.at\/projekt-lina\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/IMG_82237D7CCB16-1-768x1024.jpeg 768w, https:\/\/remorauscher.at\/projekt-lina\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/IMG_82237D7CCB16-1-225x300.jpeg 225w, https:\/\/remorauscher.at\/projekt-lina\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/IMG_82237D7CCB16-1-1152x1536.jpeg 1152w, https:\/\/remorauscher.at\/projekt-lina\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/IMG_82237D7CCB16-1-720x960.jpeg 720w, https:\/\/remorauscher.at\/projekt-lina\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/IMG_82237D7CCB16-1-580x773.jpeg 580w, https:\/\/remorauscher.at\/projekt-lina\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/IMG_82237D7CCB16-1-320x427.jpeg 320w, https:\/\/remorauscher.at\/projekt-lina\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/IMG_82237D7CCB16-1.jpeg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Lina ist die Sternentochter von sehr guten Freunden. 2016 hatte ich nach einer langen S\u00fcdamerikareise eine &#8216;heimatlose&#8217; Phase und war deswegen sehr lange ein anscheinend angenehmer Gast auf deren Sofa. 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