{"id":1392,"date":"2024-07-02T14:31:04","date_gmt":"2024-07-02T14:31:04","guid":{"rendered":"https:\/\/remorauscher.at\/projekt-lina\/?p=1392"},"modified":"2025-03-28T07:43:31","modified_gmt":"2025-03-28T07:43:31","slug":"hemmschwelle-und-machbarkeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/remorauscher.at\/projekt-lina\/2024\/07\/02\/hemmschwelle-und-machbarkeit\/","title":{"rendered":"Hemmschwelle und Machbarkeit"},"content":{"rendered":"\n<p>Allm\u00e4hlich kehrt sowas wie Routine ein. Zumindest beim Schreiben, wo sich ein gewisser Workflow etabliert hat. Das stichwortartige Transkribieren geht passagenweise schon fast in Echtzeit und doch muss man immer wieder Pausieren und R\u00fcckspulen. Einordnen und Zitate rausheben, Bilder und Formulierungen notieren. Auch die Tonspur wird im selben Aufwischen gleich in semantische Cluster strukturiert. Farblich markiert, wo gute Stellen sein k\u00f6nnten. Manchmal auch schon mit Musik experimentiert. Zwei bis drei Tage dauert das mittlerweile pro Gespr\u00e4ch, die in der Regel zwischen sechzig und hundert Minuten dauern und in ges\u00e4uberter und teils gek\u00fcrzter Fassung mit in den Artikel wandern. Als Basis und \u00f6ffentliches Archiv.<\/p>\n\n\n\n<p>Und es geht immer wieder unter die Haut. Ziemlich oft antworte ich auf die Frage, wie es mir beim Projekt geht, mit der Aussage, dass ich noch nie soviel weinen musste. Egal wie oft man emotionale Ausschnitte schon geh\u00f6rt haben mag, es killt jedes Mal wieder und dr\u00fcckt voll drauf. An sich ja ein Zeichen f\u00fcr die Authentizit\u00e4t und Kraft des Materials. Die Unebenheiten und Nuancen in den Stimmen der Menschen machen es aus. Ohne Gl\u00e4tten oder Sch\u00f6nb\u00fcgeln. Jedes Atmen oder Stolpern sitzt genau dort, wo es hingeh\u00f6rt. Alles Zeugen dieser wahren Geschichten.<\/p>\n\n\n\n<p>Was auff\u00e4llt, sind auch meine eigenen Hemmungen gegen\u00fcber jedem n\u00e4chsten Brocken. Siebzehn Gespr\u00e4che sind bereits im Kasten, erst vierzehn archiviert, vier k\u00f6nnten noch folgen: Wahnsinn. Nie h\u00e4tte ich mit so vielen gerechnet, nicht so schnell und unkompliziert. Wieviele Minuten das mittlerweile sind, wei\u00df ich nicht. Es macht sich nur die klare Vorahnung breit, dass der Film das angepeilte Korsett von zehn Minuten sprengen w\u00fcrde oder als hastige Verst\u00fcmmelung sein Potential verspielen w\u00fcrde. Weil die Passagen Zeit brauchen, das Gesagte Ruhe ben\u00f6tigt, um aufgenommen und verarbeitet zu werden k\u00f6nnen. Weil diese Realit\u00e4ten gewichtigen Tiefgang vermitteln und vom Publikum gehalten werden sollen. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-video\"><video height=\"2160\" style=\"aspect-ratio: 3840 \/ 2160;\" width=\"3840\" autoplay controls loop src=\"https:\/\/remorauscher.at\/projekt-lina\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Test-FaceRotate.mp4\" playsinline><\/video><figcaption class=\"wp-element-caption\">Erste Gehversuche in Blender.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p>Neben einer Hand voll A4-Bl\u00e4tter mit groben Skizzen gibt es schon erste Gehversuche in einer f\u00fcr mich neuen Software. Oldschool Zeichentrick ist eine Premiere f\u00fcr mich. Lange habe ich mich gegen eine digitale Variante innerlich gewehrt, wo ich doch dem Analogen mehr vertraue, mehr Synergieeffekt und Charme darin sehe. Doch es \u00fcberwiegen die praktischen M\u00f6glichkeiten und die unkomplizierte Handhabe. Man bleibt bis zum Schluss flexibel und ist um Welten schneller, wo doch Zeit eine Herausforderung darstellen k\u00f6nnte. <\/p>\n\n\n\n<p>Stellt sich die gro\u00dfe Frage nach dem Stil, der Herangehensweise mit der richtigen Balance aus Abstraktion und Bebilderung. Denn nichts w\u00e4re ungeschickter, als sich in einem Perfektionsgrad zu st\u00fcrzen, der \u00fcber Kurz oder Lang die Motivation erdr\u00fcckt. Eine gezielter Minimalismus und ehrliche Clumsiness sprechen hier schon die richtige Sprache. Oft reichen die drei Linien, um ein Figur zu fassen, konzentrische Kreisverl\u00e4ufe f\u00fcr das Gef\u00fchl von Wassertropfen, eine schemenhafte Silhouette f\u00fcr die Spiegelung einer Frau. Und darf gekrakelt oder zitternd sein, als Ann\u00e4herung an die emotionale Bewegung. Denn schlu\u00dfendlich werden die Sterne von den Stimmen getragen, wobei die visuelle Ebene lediglich f\u00fcr den passenden Teppich zu sorgen hat.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Allm\u00e4hlich kehrt sowas wie Routine ein. Zumindest beim Schreiben, wo sich ein gewisser Workflow etabliert hat. Das stichwortartige Transkribieren geht passagenweise schon fast in Echtzeit und doch muss man immer wieder Pausieren und R\u00fcckspulen. Einordnen und Zitate rausheben, Bilder und Formulierungen notieren. Auch die Tonspur wird im selben Aufwischen gleich in semantische Cluster strukturiert. 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