{"id":1153,"date":"2024-05-14T08:00:25","date_gmt":"2024-05-14T08:00:25","guid":{"rendered":"https:\/\/remorauscher.at\/projekt-lina\/?p=1153"},"modified":"2025-03-28T07:43:51","modified_gmt":"2025-03-28T07:43:51","slug":"die-feinen-linien-des-erinnerns","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/remorauscher.at\/projekt-lina\/2024\/05\/14\/die-feinen-linien-des-erinnerns\/","title":{"rendered":"Die feinen Linien des Erinnerns"},"content":{"rendered":"\n<p>Eine warmherzige und feinf\u00fchlige Arbeit. Schon fast aus dem Jahre Schnee, aber doch immer wieder aufpoppend: &#8220;My Mother&#8217;s Coat&#8221; von Marie-Margaux Tsakiri-Scanatovits (Royal College of Art, 2011). D\u00fcrfte irgendwo am Ende meines Studiums und am Anfang meiner Arbeit f\u00fcr das Animation Festival einen bleiben Eindruck hinterlassen haben. Und wahrscheinlich verstehe ich sie heute besser, als damals. Denn die subtilen Effekte haben mich fr\u00fcher weniger beeindruckt oder ich konnte sie schwerer benennen. Emotional bewegen sie fragilere Ebenen, wirken andernorts, als auf der rei\u00dferischen Oberfl\u00e4che. Und im Einklang aller Zutaten, stellt die Erz\u00e4hlung dabei einen sehr pers\u00f6nlichen Kontakt her. L\u00e4dt zum Ber\u00fchren ein.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<iframe loading=\"lazy\" title=\"My mother&#039;s coat   Marie Margaux Tsakiri Scanatovits\" width=\"720\" height=\"405\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/qcr0XDamjdg?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe>\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n<p>Genauso wie die Stimme der Erz\u00e4hlerin eine Textur und Charakteristik tr\u00e4gt, webt die Komposition ein lebendig vibrierendes Gesamtbild. Jede L\u00fccke l\u00e4dt zum Vervollst\u00e4ndigen und zum Eintauchen ein. Und dies gelingt sehr gut. Denn neben dem visuellen Stil, der in der Collage der feinen Linien und gelegentlichen Farbtupfer, viele Schichten und \u00dcberlagerungen benutzt, so erh\u00e4lt auch das Gef\u00fchl des Erinnerns eine poetische Haptik. Best\u00e4rkt durch das authentische Echo der Realaufnahmen am Ende. Ein gro\u00dfartiger Kniff. <br><br>Und wahrscheinlich gef\u00e4llt mir das, weil es nicht zu dick auftr\u00e4gt und viele M\u00f6glichkeiten zul\u00e4sst. Vielleicht werd ich auch sch\u00f6n langsam \u00e4lter. Aber Klamauk und Geschwindigkeit w\u00fcrde hier taktlos wirken. Vor allem im Kontext des Dokumentarischen. Wo doch vielmehr das Allt\u00e4gliche an Banalit\u00e4t verliert und neue Lebensrealit\u00e4ten \u00fcberraschende Perspektiven triggert. Die eine Vase am Regal oder der tausendfach erprobte Handgriff k\u00f6nnen im Assoziativen tiefere Ebenen zulassen. Ohne dabei konkret sprechen m\u00fcssen. Bedeutung im Schemenhaften, Mehrwert durch Mehrdeutigkeit. <br><br>Denn ein Verlust relativiert die Wahrnehmung von so vielen Kleinigkeiten. Relativiert jeden achso in Routine verkommenen Handgriff und kann tektonische Verschiebungen im Weltbild verursachen. Und das sowieso immer nur ganz individuell. Somit m\u00f6chte ich den Hut ziehen und bald einen Anlauf probieren, diese Sprache zu erlernen.<\/p>\n\n\n\n<pre class=\"wp-block-code\"><code>\"My Mother's Coat\", 6\"06'\nRegie: Marie-Margaux Tsakiri-Scanatovits\n2011, Animation Department Royal College of Art, UK\n<a href=\"http:\/\/film-directory.britishcouncil.org\/my-mothers-coat\">http:\/\/film-directory.britishcouncil.org\/my-mothers-coat<\/a><\/code><\/pre>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine warmherzige und feinf\u00fchlige Arbeit. Schon fast aus dem Jahre Schnee, aber doch immer wieder aufpoppend: &#8220;My Mother&#8217;s Coat&#8221; von Marie-Margaux Tsakiri-Scanatovits (Royal College of Art, 2011). 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